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Bedtime Stories

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Zwei Jahre nach Madonnas Exzessen mit ihrem Buch SEX, und ihrem von Kritikern verrissenen Album Erotica, das sich zum Teil stark sexuellen Inhalt hatte und musikalisch hauptsächlich auf Hip-Hop Beats basierte, wurde Bedtime Stories veröffentlicht. Namhafte Produzenten wie Dallas Austin, Nellee Hooper, Dave Jam Hall und Babyface wurden engagiert, die vorher schon Hits für Künstler wie TLC, Whitney Houston, Soul II Soul oder Toni Braxton produziert hatten. Damit ließ sich Madonna erstmals seit Like a Virgin (1984) wieder von etablierten Produzenten bei einem Studioalbum unterstützen. Daraus resultiert der starke Soul-Einfluss, der Madonna vor allem im US-amerikanischen Radio wieder Fuß fassen lassen sollte. Das Album ist mainstreamiger produziert und insgesamt weniger mutig und ambitioniert als das vorherige: Die Risiken eines weiteren Misserfolges sollten dadurch vermindert werden. Die Texte der Songs handeln wieder von Liebe und Religion, befassen sich aber auch offen selbstkritisch mit den Kontroversen der vorherigen Jahre. Insgesamt wird die kalkulierte Erotik des letzten Albums weitgehend durch Ironie ersetzt, was besonders die Videos zu den ausgekoppelten Singles betonen.

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Diese Formel ging auf: Secret, Human Nature - und vor allem die Ballade Take a Bow entwickelten sich zu passablen Erfolgen, die die Misserfolge der letzten beiden Jahre vergessen ließen. Die dazu gedrehten Videos präsentierten eine erotische Madonna im White Trash-Stil (Secret), die sich, vor allem in der SM-Parodie Human Nature, selbst auf den Arm nimmt („Did I say something wrong? Oops, I didn't know I couldn't talk about sex“). Das Video zu Take a Bow zeigt Madonna letztlich als Grande Dame, eine Referenz an ihre spätere Rolle als Evita (1996). Zu dem Video wurde mit You'll See ein Jahr später eine erfolgreiche Fortsetzung gedreht, die nahtlos an dessen Handlung anschließt. Take a Bow, das in Europa nur mit mäßigem Erfolg lief, avancierte in den USA zur meistverkauften Single des Jahres.

Aus dem Soul-Rahmen des Albums fällt lediglich die dritte Singleauskopplung, der unkonventionelle Deep House-Song Bedtime Story, eine Zusammenarbeit mit Björk, der vor allem in den internationalen Clubs erfolgreich lief. Björk veröffentlichte 1995 mit Sweet Intuition ihre eigene Variation des Songs.

Das Album konnte zwar nicht wirklich an Madonnas große Erfolge anschließen, doch mit sechs Millionen verkauften Einheiten galt es als ein veritabler Achtungserfolg. Außerdem gab es maßgeblich die Richtung der nächsten Alben vor, die Madonna sanfter präsentieren und endgültig als erfolgreiche Balladensängerin etablieren sollten