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Erotica

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Drei Jahre nach Madonnas letztem Studioalbum „Like a Prayer“, das künstlerisch, wie kommerziell alle Erwartungen übertroffen hatte, veröffentlichte Madonna ein Konzeptalbum, das sich kommerziell zum bisher größten Flop in ihrer Karriere entwickelte – der erst 2003 von American Life übertroffen wurde. 1992 verließ Madonna die bewährten leicht poppigen Pfade, die ihr zehn Jahre lang Hit auf Hit beschert hatten. Stattdessen produzierte sie mit den DJs Shep Pettibone und André Betts ein sich nicht leicht zu erschließendes Album voller Funk und Jazzelementen. Zeitgleich zu dem Album wurde Madonnas Buch SEX veröffentlicht, in dem sie neben ihren sexuellen Fantasien auch ihren nackten Körper präsentierte. Zudem startete der Erotikthriller „Body of Evidence“ von Uli Edel, in dem sie sich an der Seite von Willem Dafoe als Filmstar versuchen wollte. In der Boulevardpresse wurden Madonnas sexualitätsbezogene Inhalte oft negativ aufgenommen.

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Zu den Singles wurden wieder aufwändige Videos gedreht: Das Video zu dem Lied „Erotica“ beinhaltet die stilisierte Darstellung von BDSM und anderen sexuellen Aktivitäten. David Fincher drehte für „Bad Girl“ mit Christopher Walken ein Video im Stil eines Thrillers, Stéphane Sednaoui für „Fever“ ein für ihn typisches Werk, und Mark Romaneks Video zu „Rain“ wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet (u. a. MTV Video Music Award). Visuell konnte Madonna überzeugen, doch faktisch kam ihre Karriere erstmals zum Stehen – ironischerweise hatte sie sich gerade mit ihrer eigenen Plattenfirma Maverick unabhängig gemacht. Madonna präsentierte 1993 einen großen Teil der Songs des Albums auf ihrer ausverkauften „The Girlie Show – World Tour“.

Madonna über das Album: „Als ich mein ‚Erotica‘-Album herausgebracht habe, hat es sich am Anfang nicht besonders gut verkauft und war überschattet von anderen Dingen, die ich damals gemacht habe. Aber im Nachhinein sagen viele Leute, dass das eines ihrer Lieblingsalben ist. Also haben sie wohl doch hingehört.“ (2003, Eins Live)